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Ich bin weitsichtig –
was bedeutet das?

Weitsichtigkeit

Im idealen Zustand ist das Auge so gebaut, dass Hornhautkrümmung, Linsenbrechkraft und Länge des Augapfels perfekt aufeinander abgestimmt sind.
Der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen trifft dabei exakt die Netzhautmitte – so entsteht scharfes Sehen in der Ferne.

Bei einer Weitsichtigkeit ist dieser Gleichgewichtszustand gestört:
Der Brennpunkt liegt hinter der Netzhaut, sodass sowohl in der Nähe als auch – je nach Ausprägung – in der Ferne unscharf gesehen wird.

In der ersten Lebenshälfte kann das Auge diesen Brechkraftfehler häufig noch selbstständig ausgleichen – durch eine automatische Anspannung der Augenlinse (Akkommodation). Besonders bei Kindern funktioniert das meist problemlos.

Normalsichtigkeit: Brennpunkt liegt auf der Netzhaut

Mögliche Beschwerden

Die dauerhafte Anstrengung der Augenlinse kann jedoch zu unangenehmen Symptomen führen:

  • Kopfschmerzen, besonders nach längerem Lesen oder Bildschirmarbeit
  • Verschwommenes Sehen bei Müdigkeit
  • Augenbrennen oder Druckgefühl
  • Konzentrationsprobleme, vor allem bei Kindern

Weitsichtigkeit ist genetisch bedingt und lässt sich nicht durch Verhalten oder Training beeinflussen.

Sie kann sich in unterschiedlichem Lebensalter bemerkbar machen – entweder bereits in der frühen Kindheit, oder erst später im Erwachsenenalter.

Die Ursache liegt in einer Fehlanpassung der optischen Bauteile des Auges: Die Hornhaut ist zu flach gekrümmt, oder der Augapfel ist zu kurz gebaut.

In beiden Fällen liegt der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen hinter der Netzhaut, wodurch ein unscharfes Bild entsteht – vor allem beim Sehen in der Nähe.

Ausmaß der Weitsichtigkeit

Die Stärke der Weitsichtigkeit wird in Dioptrien (dpt.) gemessen und auf Brillenrezepten mit einem Pluszeichen (+) angegeben.
Je höher dieser Wert, desto ausgeprägter ist die Fehlsichtigkeit.

Weitsichtigkeit lässt sich dauerhaft auf zwei Wegen korrigieren – entweder an der Hornhaut oder an der Augenlinse:

  1. Laserbehandlung der Hornhaut (Augenlasern)

    Durch einen gezielten Abtrag von Hornhautgewebe wird die Krümmung der Hornhaut verstärkt. Die Brechkraft des Auges wird dadurch  erhöht, und der Brennpunkt wandert auf die Netzhautmitte – dorthin, wo scharfes Sehen entsteht.
  2. Linsenverfahren (Linsenchirurgie)

    Es gibt zwei Möglichkeiten:

    Linsenaustausch

    Die körpereigene Augenlinse wird entfernt und durch eine maßgeschneiderte Kunstlinse ersetzt. Diese gleicht die Weitsichtigkeit exakt aus – der Brennpunkt liegt wieder auf der Netzhaut.

    Zusatzlinse (phake Intraokularlinse)

    Eine hauchdünne Kunstlinse wird vor die natürliche Augenlinse eingesetzt. Die körpereigene Linse und die Hornhaut bleiben dabei unverändert.
    Diese Lösung eignet sich besonders bei stärkerer Weitsichtigkeit und kann dauerhaft im Auge verbleiben.

Die Wahl des richtigen Behandlungsverfahrens bei Weitsichtigkeit hängt maßgeblich von individuellen Faktoren wie Alter, Hornhautbeschaffenheit, Stärke der Fehlsichtigkeit und persönlichen Wünschen ab.

Augenlaserverfahren

Bei Weitsichtigkeit ist das Anwendungsspektrum für Laserbehandlungen etwaseingeschränkt, da die Behandlung auf der äußeren Hornhautoberfläche erfolgt.

  • ReLEx SMILE ist für Weitsichtigkeit nicht geeignet.
  • PRK (Photorefraktive Keratektomie) und Femto-LASIK gelten hier als Verfahren der Wahl.

Technischer Unterschied:

  • PRK: Korrektur mittels Excimer-Laser direkt auf der Hornhautoberfläche.
  • Femto-LASIK: Kombination aus Femtosekundenlaser (für den Flapschnitt) und Excimer-Laser (für die Korrektur) – aktuell das präziseste und technischaufwändigste Verfahren.

Eine gründliche medizinische Voruntersuchung ist entscheidend, um zu prüfen, ob Ihre Hornhaut für eine Laserbehandlung geeignet ist.

Linsenverfahren (Linsenchirurgie)

Linsenverfahren bieten ein breiteres Anwendungsspektrum – insbesondere bei hoher Weit- oder Altersweitsichtigkeit und dann, wenn  Laserbehandlungen nicht mehr in Frage kommen.

Für Patienten über 45 Jahre:

  • Ideal, wenn zusätzlich Altersweitsichtigkeit (Lesebrille) korrigiert werden soll.
  • Multifokale Kunstlinsen, die sowohl Ferne als auch Nähe abbilden, kommen als Ersatz für die natürliche Linse in Betracht.

Für Patienten unter 45 Jahren:

  • Phake Zusatzlinsen (ICL) werden vor die natürliche Linse implantiert.
  • Die natürliche Linse und Hornhaut bleiben dabei unverändert.
  • Besonders geeignet bei starker Weitsichtigkeit, da sie kaum Einfluss auf die optische Qualität haben.
  • Voraussetzung: Es muss anatomisch ausreichend Platz im Auge für ein Implantat vorhanden sein.

Fazit

Ob Laser- oder Linsenverfahren – die individuelle Eignung hängt von zahlreichen medizinischen Parametern ab. Eine umfassende augenärztliche Untersuchung und Beratung ist unerlässlich, um gemeinsam das Verfahren zu finden, das am besten zu Ihnen passt.

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