Speziallinsen - Technik

Für die Linsenchirurgie gilt allgemein, daß sie in örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Auf Wunsch kann gerne auch eine Allgemeinnarkose erfolgen.
Der Zugang erfolgt durch eine Mikroinzision am Rande der Hornhaut, über die das Implantat in die Vorderkammer des Auges eingeführt wird. Je nach Art des Implantates erfolgt die Fixierung am endgültigen Ort mit Hilfe mikrochirurgischer Instrumente. Der Eingriff selbst dauert nur wenige Minuten.

Entscheidend für den Erfolg ist eine exakte Berechnung der Linsenstärke unter Einbeziehung spezieller Untersuchungsgeräte wie Laserinterferenzbiometer, Videokeratograph. Die verwendeten Rechenprogramme sind durch die Computertechnik so optimiert worden, das die Zielgenauigkeit bei der Herstellung der Implantate gleich kommt.

Zusätzlich zur augeneigenen Linse eingesetzte Speziallinsen

In der Regel hat die augeneigene Linse bis zum 60. Lebensjahr noch eine gut nutzbare Fähigkeit, in die Nähe scharf abzubilden (akkommodieren). Ist sie außerdem völlig ungetrübt, dann verwenden wir hauchdünne korrigierende Implantate, die an der Iris fixiert (Artisan/ Verisyse®), oder hinter der Iris positioniert werden (ICL`s , Staar®). Letztlich wird die anatomische Voraussetzung für die eine oder andere Variante durch eine exakte laseroptische Vermessung des Auges geprüft.

Irisgestützte Vorderkammerlinse (Artisan/ Verisyse®, Ophtec, Niederlande)

Indiaktionsbreite

Kurzsichtigkeit -1.0 bis -23.5dpt.
Weitsichtigkeit +1,0 bis +12.0dpt.
Hornhautkrümmung bis 7.5dpt.

 

Speziallinsen im Austausch zur augeneigenen Linse

Ist die augeneigene Linse etwa 60 Lebensjahre oder bieten die anatomischen Gegebenheiten keine Alternative, kommt der Austausch gegen eine Speziallinse in Betracht. Die augeneigene Linse hat weitgehend ihre Fähigkeit zur Naheinstellung verloren. Der Austausch erfolgt in den Kapselsack, also der Umhüllung der augeneigenen Linse- wie bei der Operation des Grauen Stars (Katarakt). Die vorausgehende Berechnung ist allerdings aufwändiger.
Die Korrekturmöglichkeiten sind praktisch unbegrenzt und im Unterschied zu dem Einsatz zusätzlich implantierter Kunstlinsen, nicht von den anatomischen Gegebenheiten des Auges abhängig. Man spricht von der Clear- Lens Extraction (klarer Linsenextraktion), weil der Austausch aus optischen Gründen, nicht infolge einer Linsentrübung, erfolgt.

Indikationsbreite bei Clear- Lens Extraction

Kurzsichtigkeit auch -10,0 bis über - 20,0dpt., in Einzelfällen auch höher
Weitsichtigkeit über +4,0 dpt. bis +8,0 dpt., in Kombination mit einer Laserbehandlung auch höher
Hornhautkrümmung über 4.0 bis 7,5 dpt., in Einzelanfertigungen durch die Linsenhersteller auch höhere Korrekturen möglich