Hohe Brillenunabhängigkeit durch diffraktive Intraokularlinsen

Dr. Szurmann (Eberhard-Karls Universität Tübingen) führte mit seinen Kollegen Dr. Altpeter und Dr. Petermeier eine Studie durch, mit dem Ziel, mögliche Unterschiede zwischen der neuen Tecnis multifokalen Intraokularlinse und der monofokalen Tecnis aufzuzeigen.
Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Multicenterstudie mit insgesamt 70 Probanden war die bilaterale Implantation, eine Katarakt sowie ein Astigmatismus von max. 1 Dioptrie. Demnach wurden 35 Patienten mit bilateraler Multifokallinsenimplantation und 35 Patienten mit beidseitiger Monofokallinse in die Studie eingeschlossen. Kataraktpatienten mit weiteren Augenerkrankungen wurden von dieser Studie ausgeschlossen.
Die Nachuntersuchungen erfolgten einen Tag, eine Woche, einen Monat und sechs Monate nach der Operation. Während dieser Untersuchungen wurde die unkorrigierte und die bestkorrigierte Sehschärfe für die Ferne und Nähe bestimmt sowie ein evtl. vorhandener Restfehler ermittelt. Ferner erfolgte die Messung der Defokuskurve, die Pupillengröße, die Oberflächengestalt der Hornhaut und eine Spaltlampenmikroskopie wurde durchgeführt.
Nach einer Woche erreichten alle Patienten mit der multifokalen Intraokularlinse (MIOL) einen unkorrigierten Fernvisus von 0,8 und besser.
Der Patient mit der monofokalen IOL erreichte einen unkorrigierten Fernvisus von 0,63, korrigiert lag dieser bei 1,25. Die Nahsehschärfe lag unkorrigiert bei 0,4 und korrigiert betrug sie 0,32.
Insgesamt waren alle Patienten mit einer MIOL sehr zufrieden und erreichten durch den Linsenaustausch eine Brillenfreiheit für Ferne und Nähe. Vier Patienten beschrieben, dass sie keine oder nur geringe Halos wahrnehmen, die sie allerdings nicht beeinträchtigen.
Es hat sich gezeigt, dass die Patienten mit einer multifokalen IOL der neuen Generation eine ausgezeichnete optische Abbildungsqualität und Tiefensehschärfe für alle Distanzen erreichen. Ebenso ist die Zufriedenheit und Brillenunabhängigkeit mit einer MIOL wesentlich höher als mit einer monofokalen Intraoklarlinse.


Veröffentlichung in:
EyeWorld

Autor: Dr. Peter Szurmann, Peter.Szurmann@med.uni-tuebingen.de

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